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Ein Fest seltener Rassen (Teil 2)
Von Cathy J. Flamholz (Übersetzung: Rocco Cantorelli)
Der Longhaired Whippet
Zeitgenössische Bücher erwähnen sehr wenig über die Existenz eines anderen Hundes als den kurzhaarigen Whippet. C.H. Douglas Todd, der 1991 das Buch schrieb: The Popular Whippet, sagt: Wenn der heutige Whippet das Resultat ist durch die Kreuzzüchtung verschiedener Varianten, wie sie von anderen Schriftstellern erwähnt wurden, würden wir sicherlich von Züchtern hören, dass sie unterschiedliche Welpen in einem Wurf hätten. So etwas wie ein „Rückwurf“ — ein Welpe mit längerem Fell zum Beispiel. Während meiner langen Recherche in der Zucht, so muss ich gestehen, dass ich nie einen solchen „Rückwurf“ in meiner Zucht hatte, ja auch von keinem anderen Züchtern davon hörte.
Wieder einmal müssen wir in die Geschichte eintauchen, denn in alten Ausgaben wird uns ein anderes Bild beschrieben. Sicherlich, Hundeschriftsteller von früher waren sich sehr bewusst, dass es zwei Varianten gab, die mit den längeren Haaren und die mit dem Drahthaar. Ein Kapitel über diese Rasse wird in dem Buch von Robert Leighton The New Book Of The Dog (1906) verfasst. Mr. Hignett, der ein Whippetexperte seit mehr als 50 Jahren ist, sagt selber: Es gab immer zwei Varianten des Whippets. Den Langhaar und den Kurzhaar. Heute sieht man den Langhaar nicht mehr, weder auf Ausstellungen noch auf der Rennbahn. Denn, auch wenn der langhaarige Whippet eine gute anatomische Figur aufweist, so ist sie durch sein langes Haarkleid nur sehr schlecht zu erkennen, und gerade das ist nicht erwünscht bei den Richtern.
Andere Schriftsteller aus derselben Zeit stimmen Hignett zu. Freeman Lloyd schrieb 1907 in der Melbourne Sporting Libary Edition über Hunde: Whippets sind außergewöhnlich schlaue Hunde, die man sich auch gerne anschaut. Da gibt es die Kurzhaarigen und die Rauhhaarigen. Der kurzhaarige Whippet ist aber der beliebtere.
In seinem Buch The Whippet And Race Dog von 1894, das erste Buch exklusiv über Whippets, sagt er nur wenig über die unterschiedlichen Haarvarianten: Für den Hundesport würde ich mich eher für die rauhhaarige Variante entscheiden, die mit dem bärtigem Gesicht und dem längerem Fell. Ich glaube, dass diese Hunde besser für die Arbeit zu gebrauchen sind. Sie sind nicht so empfindlich den Wetterbedingungen gegenüber wie die Kurzhaarigen, die man im Winter mit einer Decke versehen und auch im Sommer vor Sonnenstrahlen schützen muss.
Man kann erkennen, dass Mr. Lloyd sich eher einen langhaarigen Hund ausgewählt hätte, anstatt einen Kurzhaar. Aber mit einer Vorahnung beschreibt Lloyd den Kurzhaar-Whippet: Der Langhaar- sowie der Drahthaar-Whippet würden an Beliebtheit verlieren. Ich persönlich bin nicht derselben Meinung, doch haben die langhaarigen Hunde wie die drahthaarigen keine Chance bei Ausstellungen. Für die Ausstellung würde ich den Kurzhaar-Whippet empfehlen, denn sie sind bei den Richtern beliebter.
Traurigerweise ist der Drahthaar-Whippet heute ausgestorben. In den 1920ern und 1930ern wurden sie oft in Kalifornien auf Rennbahnen gesehen.
Vor ein paar Jahren schrieb die Whippetzüchterin Christine Cormany einen kleinen Artikel über die drahthaarige Variante im Kennel Review. Ihr Vater, James F. Young, war ein enthusiastischer und erfolgreicher Hunderennliebhaber und seine Drahthaarigen waren die Stars der Rennbahnen. Mrs. Cormany sagt: Sie waren die besten Läufer und haben die Kurzhaarigen meistens besiegt. Eine von Mr. Young´s erfolgreichsten Hündin war die ca. 6,5 kg leichte „Kerryline“. In ihren 3 Karrierejahren lief sie 60 Rennen und gewann 58 davon.
Zu dem Artikel von Mrs. Cormany gab es auch noch drei Fotos von ihrem Vater mit seinen drahthaarigen Whippets. Es war sehr schön, klar und demonstrativ die Eleganz des Whippets, dass Fell vergleichbar mit dem des Schottischen Deerhound. Mrs. Cormany bestätigte, dass die Hunde ein Gewicht von 22 US-Pfund (10Kg) hatten und Farben von schwarz, silber und rehbraun hatten. So weit ich mich erinnere, sagt Mrs. Cormany, hatten wir nie Hunde mit Farben wie weiß, gestrohmt oder gefleckt. Aber bei Ausstellungen standen der Drahthaar- und der Kurzhaar-Whippet in sehr enger Konkurrenz zueinander. Wie Mrs. Cormany berichtet, hat ihr Vater die Hunde nur selten ausstellte. Die Hunde wurden nur dann gezeigt, wenn ein Hunderennen bei der Ausstellung für alle Rassen stattfand.
Und was passierte mit den Rennwundern von Mr. Young? Als die Hunderennen während der Wirtschaftsflaute in den USA schlecht besucht wurden, sahen wir uns gezwungen das Landleben aufzugeben und zogen in die Stadt. Hier hatten wir natürlich keinen Platz für 25 Hunde und somit wurden alle Hunde eingeschläfert. Hier schließt sich das Kapitel über die drahthaarigen Whippets.
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